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Chronik FF Watzelsdorf:


Stand 2009

Nachdem man schon zu Ende des vorigen Jahrhunderts in manchen Nachbarorten Feuerwehren gegründet hatte, ging man im Jahr 1900 auch in unserm Ort daran, eine Feuerwehr zu gründen und eine Feuerspritze - natürlich mit Handpumpe - anzuschaffen. In der Pfarrchronik finden wir darüber folgende Eintragung:

Am 18. März 1900 beschloss die Gemeinde die Gründung einer Feuerwehr. 20 Mann meldeten sich als aktive Mitglieder und am 25. Mai wurde die Freiwillige Feuerwehr als Verein konstituiert und von diesen Mitgliedern wurde Johann Strobel als Obmann bestellt.

Bei einer Visitation der Pfarre am 18. Juli durch Abt Dr. Ernest Hauswirth spendete dieser der Feuerwehr 200 Kronen. Am 8. September 1900 wurde die Spritzenweihe vorgenommen. Der Festakt begann mit dem Weckruf. Ein feierliches Hochamt, unter Teilnahme der Feuerwehrmänner, begleitet von weißgekleideten Mädchen und der Patin Leopoldine Brandstätter, wurde abgehalten, und am Nachmittag fand die Weihe der Feuerwehrspritze statt.

Zum 70. Geburtstag seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I (18. August) fand am Sonntag, dem 19. August die erste und am 4. November, anlässlich des Namenstages des Kaisers, die nächste Parade-Ausrückung der neu gegründeten Feuerwehr statt.

Bald wurde zur Unterbringung der Spritze und anderen Geräten das Zeughaus erbaut und 1907 zusätzlich ein Universalhydophor um 1.520 Kronen angeschafft. Die Spritze kostete seinerzeit 2.070 Kronen.


Nach einigen erfolgreichen Einsätzen bei Hausbränden konnte am 29. Juli 1910 das 10 jährige Bestandsjubiläum - verbunden mit dem Bezirksfeuerwehrtag - gefeiert werden. Nach einer Schauübung und dem Einmarsch auf dem Festplatz bei den Kellern Alexander Mayers und Foltas (jetzt neues Haus Erich Hirsch jun. und Willibald Kollmann) musste das Fest infolge eines heftigen Gewitters abgebrochen werden. Arbeit und Mühe waren umsonst gewesen und die Vereinskasse hatte einen bedeutenden Verlust zu verzeichnen gehabt.

Nach Kriegsausbruch im Jahre 1914 mussten die meisten Feuerwehrmänner einrücken. Josef Brandstätter war als erster am 22. September 1914 gefallen. Laut Protokoll vom 15. Februar 1915 blieben nur noch 8 Mitglieder zu Hause.

1916 mussten auch Hauptmann Johann Strobl und Schriftführer Franz Bauernfeind in den Kriegsdienst einrücken und so blieben nur noch der Kassier Ludwig Schmelzenbart und Zeugwart Anton Pelzer daheim.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden dann Adolf Lauer zum Hauptmann und Sebastian Gsöll zu dessen Stellvertreter gewählt. Die F.F. Watzelsdorf zählte wieder 25 aktive Mitglieder und die erste Motorspritze wurde angeschafft.

Am 28. Juli 1925 wurde das 25 jährige Gründungsfest - in Verbindung mit der Spritzenweihe - gefeiert. Theresia Riepl war Spritzenpatin und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Der Hauptmann Adolf Lauer übersiedelte 1927 nach Gaweinsthal. Der Verein ernannte ihn zum Ehrenhauptmann und bereitete ihm einen würdigen Abschied.

Bei der Vollversammlung am 26. Oktober 1927 wurde Kassier Franz Kettler zum Hauptmann gewählt und blieb es, bis er 1938 in die Schutzmannschaft übernommen wurde. Der Gründungshauptmann Johann Strobl wurde 1930 zum Ehrenhauptmann ernannt.

Während des 2. Weltkrieges, als der Hauptmann und der Großteil der Feuerwehrmänner wieder eingerückt waren, übernahm Karl Weiß die Führung der Feuerwehr und blieb auch nach Kriegsende Hauptmann, bis er 1950 in die Schutzmannschaft übertrat und zum Ehrenhauptmann ernannt wurde. Zum Hauptmann wurde Josef Riepl gewählt.

Beim 50 jährigen Bestandsjubiläum - verbunden mit dem Bezirksverbandstag am 2. Juli 1950 - wurde die neue Motorspritze geweiht. Als Patin fungierte die Gattin des damaligen Bürgermeisters Franz Riedl (Hausnr. 210), unter dessen Amtszeit die neue Motorspritze angekauft wurde.

1952 wurde Johann Schuster zum Hauptmann gewählt, der dieses Amt bis zu seinem Tode 1955 ausübte. Der Schlauchturm wurde erbaut, eine Sierene angebracht und eine zweite Motorspritze angekauft. 1955 wurde Josef Riepl wieder zum Hauptmann gewählt.

Bei der großen Unwetterkatastrophe am 9. Mai 1962 hatten die Kameraden 2.200 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Als sichtbaren Ausdruck für die vorbildliche Einsatzfreude wurde der Feuerwehr von der Landesregierung ein Dankschreiben übermittelt. Kommandant Josef Riepl, sein Stellvertreter Josef Mayer und Zugsführer Hans Kettler erhielten Verdienstmedaillen des Landes Niederösterreich.

1963 trat eine Wettkampfgruppe unter Zugsführer Hans Kettler bei den N.Ö. Landerfeuerwehrwettkämpfen in Scheibbs zum ersten Mal um das Leistungsabzeichen in Bronze an. Die gleiche Gruppe kämpfte ein Jahr später in Gloggnitz um das Leistungsabzeichen in Silber.


1965 wurde Hans Kettler zum Hauptmann gewählt. Die Kameraden der F.F. Watzelsdorf wurden durch Kurse in der Feuerwehrschule in Tulln immer besser geschult und weitergebildet worden. 1970 wurde die Feuerwehr als Verein aufgelöst und wirkte seither als "Körperschaft öffentlichen Rechtes". Das erste Feuerwehrfest mit großer Ortsweinkost wurde im Juni 1978 in den Hallen der Dachdeckerei Johann Springer abgehalten.

Zum 80-jährigen Bestandsjubiläum wurde ein Kleinlöschfahrzeug angekauft und geweiht, wobei Maria Springer als Partin fungierte. Bei den N.Ö. Landesfeuerwehrwettkämpfen 1981 in Retz war eine Wettkampfgruppe aus Bergenweiler (BRD) angetreten die in Watzelsdorf einquartiert waren.

Am 23. März 1985 veranstaltete die Feuerwehr das erste Gesellschaftsschnapsen in der alten Schule, das seither jedes Jahr abgehalten wird.

Unter der Ära des Kommandanten Hans Kettler und des Bürgermeisters Dir. Hermann Jagenteufel wurde in der Zeit von 1988 bis 1991 ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Die Einweihung, bei der Gabriele Springer die Patenschaft übernahm, erfolgte am 16. Juli 1991 verbunden mit dem Feuerwehrfest und der 10-jährigen Partnerschaft mit Bergenweiler. Bei der Hauptversammlung 1992 legte Kommandant Hans Kettler sein Amt zurück, trat der Schutzmannschaft bei und wurde zum Ehrenkommandanten ernannt.

Bei den Neuwahlen wurde Herr Josef Bodansky als Kommandant gewählt. Da die Bestimmungen des N.Ö. Landesfeuerwehrverbandes immer strenger und die technischen Einsätze immer mehr werden, konnte im Jahr 1995 mit finanzieller Hilfe der Gemeinde und großzügiger Spenden der Bevölkerung ein neues Rüstlöschfahrzeug RLF 2000 angeschafft werden.


Im Juni 1995 wurde das neue Fahrzeug geweiht und seiner Bestimmung übergeben. Die Patenschaft für dieses Fahrzeug übernahm Hermine Jagenteufel; verbunden damit war das Fest des 95-jährigen Bestandsjubiläums. Im Februar 1996 wurde unser Kommandant-Stellvertreter Richard Hirsch zum Unterabschnittskommandanten gewählt. Er setzte sich tatkräftig dafür ein, dass am 22. Juni 1996 die Bezirksfeuerwehrleistungsbewerbe in Watzelsdorf abgehalten werden konnten.

Die Feuerwehr Watzelsdorf wird sich auch in Zukunft weiterbilden, sodass im Ernstfall ein geschultes Personal zur Verfügung steht. Aber auch bei kirchlichen und weltlichen Festen und Feiern wird die Feuerwehr weiterhin mitwirken.